Neapolitan Concertos for various instruments
Das Barock war in Neapel, insbesondere in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, eine dynamischlebendige Zeit für die Instrumentalmusik, wie Josetxu Obregón und La Ritirata mit der vorliegenden Einspielung von sechs Instrumentalkonzerten aus dieser Epoche demonstrieren. Die neapolitanische Schule, deren Entstehung besonders auf Provenzale zurückgeht, blühte unter dem Einfluss von Mancini, Porpora, Fiorenza, Pergolesi und Alessandro Scarlatti, den Komponisten der Konzerte auf diesem neuen Glossa-Album.
Durch die vier führenden Konservatorien der Stadt entstand ein erstaunlich produktives und innovatives Umfeld für Musiker, sowohl für die Studenten als auch für ihre Lehrmeister. Zu dieser Zeit hatte das neapolitanische Konzert einen eigenständigen formalen Aufbau, der sich deutlich von Vivaldis venezianischem Modell unterschied. Außerdem herrschte in der Stadt ein stetiger Wettstreit unter den Musikern, ihre Virtuosität unter Beweis zu stellen.
Wie die Mitglieder von La Ritirata mit ihrer Aufnahme Il Spiritillo Brando bereits gezeigt haben, stehen sie ihren neapolitanischen Vorgängern stilistisch und technisch in Nichts nach. Die Solisten, die Josetxu Obregón für diese Aufnahme um sich geschart hat, gehören zu den spanischen Spitzenmusikern unserer
Tage. Zu hören sind der Geiger Hiro Kurosaki (in einem Konzert von Fiorenza), die Blockflötistin Tamar Lalo (Scarlatti und Mancini), die Cembalisten Ignacio Prego und Daniel Oyarzabal (Pergolesi) und schließlich Obregón selbst, der das Cellosolo in den Werken von Fiorenza und Porpora spielt.


